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Berufsdermatologie

Mehr als 25.000 berufsbedingte Hauterkrankungen wurden zuletzt bei der deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet. Das ist wichtig, denn damit verringert sich die Dunkelziffer. Je eher die Belastungen erkannt werden, desto rascher kann Abhilfe geschaffen werden.

Ob ein beruflicher Zusammenhang mit dem Entstehen einer Hauterkrankung möglich erscheint, wird in einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch erörtert. Wenn die Möglichkeit besteht, dass eine Hauterkrankung beruflich bedingt ist, kann bei Einverständnis des Patienten ein sogenannter Hautarztbericht an den zuständigen Unfallversicherungsträger des Betriebs (Berufsgenossenschaft) erstellt werden. Er dient dazu, eine beruflich bedingte Hauterkrankung im frühestmöglichen Stadium zu erfassen, damit geeignete Schutzmaßnahmen zur Verhinderung einer schweren Hauterkrankung ergriffen werden können (Hautarztverfahren). Wenn die Berufsgenossenschaft die mögliche berufliche Bedingtheit der Hauterkrankung anerkennt, dann trägt diese auch die Kosten für die Behandlung, was für Patienten neben der Prävention der Hauterkrankung den Vorteil hat, dass keine Zuzahlungen für Medikamente (wie bei der Gesetzlichen Krankenversicherung) anfallen und zudem ansonsten nicht verschreibungsfähige Hautschutz- und Hautpflegemittel kostenlos vom Arbeitgeber oder der Berufsgenossenschaft zur Verfügung gestellt werden.

Besteht von Anfang an der Verdacht auf eine schwere berufsbedingte Hauterkrankung oder kommt es im Laufe des Hautarztverfahrens zu einer weiteren Verschlechterung des berufsbedingten Hautleidens, erfolgt in Abstimmung mit dem Betroffenen eine ärztliche Anzeige. Eine schwere berufliche Hauterkrankung liegt dann vor, wenn eine „schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankung besteht, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen hat, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können.“ Ob diese Voraussetzungen vorliegen, wird von uns zusammen mit dem Patienten besprochen und geprüft. Grundsätzlich ist es stets Ziel, die volle berufliche Leistungsfähigkeit ohne Berufsaufgabe oder –wechsel wiederherzustellen; erst wenn keine andere Chance besteht, sollte die Berufskrankheitenanzeige erfolgen. Sofern ein Auftrag von einer Berufsgenossenschaft vorliegt, führen wir auch berufsgenossenschaftliche Begutachtungen durch.